DAS WELTENHERZ

Ein globales Ereignis.

Vortrag gehalten auf der Tagung „Herz zu Herz“ der transpersonalen Psychologen
in Puchberg bei Wels am 4.5.2007

von

Georg Schmertzing

 

 

 

 

Zuerst möchte ich meiner Workshop-Gruppe danken. 24 Menschen haben gezeigt, wie sie ganz verschiedene Wege zum Wesenskern Herz beschritten haben. Eine individuelle Bandbreite, die mich immer wieder erstaunt. Nochmals vielen Dank!

Wir konnten dabei auch durch das gemeinsame Tönen des Herz-A ein wunderbares Reonanzerlebnis als gegenseitige Zuwendung erleben. Deshalb schlage ich vor, dies gleich hier unter uns allen auszuprobieren und  gemeinsam kurz das A aus dem Herzen zu tönen!

(Gemeinsames Tönen) 

Stellen Sie sich dieses eindrucksvolle Bild vor: Ein Schwarm von Staren fliegt über den Herbsthimmel und vollführt die atemberaubendsten Kurven und verändert dauernd die kollektive Gestalt in totaler Einheit. Oder Sie sehen dasselbe bei Fischschwärmen im Meer, wenn ein Großräuber sie angreift. Sie werden zu einem gleichgroßen Kollektiv-Organsimus. Wie machen es diese lebenden Wesen, dass sie so eine gleichbewegte Einheit bilden können? Wie setzt sich der gemeinsame Wille für alle Flug- und Schwimmkunststücke durch? Welche Signale verwenden diese lebenden Teile eines Schwarms untereinander, um sich zu verständigen? Die Signale müssten in Überlichtgeschwindigkeit oder besser gleichzeitig  erfolgen, sonst sind diese spontanen Manöver so vieler Teilnehmer nicht zu koordinieren! Die alten Vorstellungen von Signalen von einem Ort zum anderen greifen auf einmal nicht mehr. In lebenden Kraftfeldern herrschen sichtlich andere Bedingungen!

Die Wissenschafter stehen verwundert vor diesem Rätsel der Synchronisation großer  Einheiten lebendiger Teilsysteme. In der neuen Forschungsrichtung, der Bionik, sprechen sie von der „Intelligenz des Schwarmes“1) und fangen an, das Phänomen eingehender zu studieren, um es womöglich in mathematischen  Formeln ausdrücken und so für uns Menschen nutzbar machen zu können. Sie haben es bisher noch nicht geschafft, aber dafür schon große Fortschritte im Staunen gemacht. Sie fragen: „Was kann diese kollektive Form der Intelligenz und was können wir daraus lernen? Wieso ist diese Gruppe als Ganzes schlauer als jeder einzelne oder auch die Summe ihrer Mitglieder? Wieso entstehen solche Einheiten sehr oft spontan – ohne Hierarchie – einfach so“?

 

Das Weltenherz

 

Ich möchte es vorwegnehmen, damit wir alle verstehen, warum dieses Thema für uns hier so faszinierend ist: das Geheimnis des Zusammenwirkens dieser Schwärme ist die Resonanz von Wesenskern zu Wesenskern, also von Herz zu Herz! Diese Resonanzverbindung ist seit Anbeginn des Lebens dafür verantwortlich, daß biologisch-natürliche Teile sich durch Kooperation zusammenschließen und weiterentwickeln, vom Virus bis zum Menschen. Solche Schwärme sind im besten biblischen Sinne „ein Herz und eine Seele“. Sie werden zur kollektiven  Einheit, weil die Schwarmmitglieder einen Sinn darin entdeckt haben, auch eine Lust dabei empfinden, gemeinsam einen Resonanzkörper in Gleichklang und Gleichzeitigkeit zu bilden. Resonanz           wirkt außerhalb von Raum und Zeit in totaler Gegenwart!

In diesem Zusammenhang habe ich in einem uralten Text diese prophetische Aussage über unsere Zeit entdeckt, die mich fasziniert hat: „Wenn das Jahrtausend, das nach dem Jahrtausend kommt, zu Ende geht (also heute), werden die Menschen einen einzigen Körper bilden, von dem jeder von ihnen ein winziger Teil ist. Gemeinsam werden sie das Herz sein. Und es wird eine Sprache geben, die von allen gesprochen wird und so wird es endlich geboren werden, das große Menschliche“. Dies schrieb Johannes von Jerusalem um das Jahr 1100 nach Christus2). Mir scheint, jetzt ist es soweit. Wir begreifen zumindest, welche Chance zum gemeinsamen Wachsen wir hier gerade entdecken: Wir können das schlafende Weltenherz wecken, indem wir unsere Herzen sinnvoll vereinen und untereinander in positive Resonanz treten. Wir können als Menschheit einen superintelligenten Schwarm bilden und versuchen, aus der Darwin’schen Dissonanz des Kampfes Jeder gegen Jeden, in die immer schon sinnvollere Einheit in Resonanz zu wechseln. Vom Rivalenstreit der egozentrischen Einzelkämpfer zur Kooperation der reifen Ganz-Menschen. Wir können uns vom pubertären zum erwachsenen, vom geteilten zum integrierten Menschenbild entwickeln. Der Kulturphilosoph Jean Gebser hat dieses Wachstum vom magischen über den mystischen zum jetzt mentalen und kommenden integralen Menschen sehr eindrucksvoll beschrieben. Ich spüre dieses Resonanzereignis – schon wegen der immer größeren globalen Herausforderungen – auf uns zukommen. Dieser Wandel kann urplötzlich geschehen, denn der Moment des Gleichklanges – zum Beispiel in einem Chor oder Orchester – ist auch urplötzlich da und alles ist verwandelt: der Klangkörper und die Zuhörer sind auf einmal in einer Harmonie, die jede Dissonanz auflöst. Es entsteht Kommunion, das heißt Einswerdung durch gleichschwingende Herzen. Und die scheinen wir zu brauchen, um uns als menschliche Art weiterentwickeln zu können. Unsere Aufgabe ist es zu lernen, positive Resonanz von Herz zu Herz zu schaffen.

 

Pierre Teilhard de Chardin

 

Jetzt fragen wir uns: Gab und gibt es Visionäre und Wissenschaftler, die die Bedeutung dieser Synchronisation vorausgesehen haben oder die darüber forschen? Ja, ich habe sie – zu meiner Freude – entdeckt. Sie zeigen uns die große Bedeutung dieses Herz-zu-Herz-Phänomens der Resonanz für die Gesamtmenschheit.

Da ist zuerst der Jesuit, Menschheitsforscher und Visionär Pierre Teilhard de Chardin, der genau dieser unserer Entwicklung zur globalen Einheit einen Namen gegeben hat: die „Planetisation“. Er war ganz enthusiastisch, wenn er auf diese Kommunion der Menschheit zu sprechen kam. Er nannte sie „eine Art kollektiver Personalisierung, wodurch sich in den einzelnen ein gewisses Bewußtsein der Gesamt-Menschheit vollendet“ 3).  Wir sehen: Erst eine in ihren Gliedern bewusst gesammelte Menschheit ist im Stande, ihre not-wendige Transformation in das Planetare und in das Kosmische zu realisieren. Und in welche Richtung sonst kann sich unsere Evolution als Art weiterbewegen?

 

Nach Teilhard ist der Vorgang dieser Planetisation nicht technisch, das würde uns ent-menschlichen, sondern psychisch, das ver-menschlicht uns immer mehr. Deshalb nennt er die Planetisation der Menschheit eine „Psychogenese“. Dazu die klare Feststellung des Wissenschaftlers Teilhard: „Wenn sich das Individuum genügend vermehrt hat, strebt es danach, sich mit seinesgleichen zu verbinden und mit ihnen ein mehr oder weniger differenziertes organisches Ganzes zu bilden“. Und noch klarer: “Wir können nicht weiterleben, ohne durch die Transformation hindurchzugehen, die auf irgendeine Art aus unserer Vielfalt ein Ganzes schmieden wird“. Und er ruft uns zu, nachdem er die Bedeutung dieser Entwicklung vom kleinsten Korpuskel  - wie er es ausdrückt - bis zum Menschen nachgezeichnet hat: „Die Vereinigung, die wahre Vereinigung, die Geistes- und Herzensvereinigung versklavt nicht und neutralisiert nicht die verbundenen Glieder. Sie superpersonalisiert sie. Dazu haben wir kein Kopf-zu-Kopf, sondern ein Herz-zu-Herz nötig“4.). Als Resonanz- und Planetisations-Organ in jedem Menschen hat er das schwingende Energiefeld in unserer Wesensmitte erkannt, das wir Herz nennen. Das Herz hat die spontane Kraft zu vereinen ohne zu versklaven. Wir können durch seine Resonanzkraft zusammen- und über uns hinauswachsen. Soweit die Vision Teilhard de Chardins, die er in all seinen Werken immer wieder umschrieben hat.

 

Die Synchronforschung

 

Ein weiterer Hinweis auf die Herz-zu-Herz-Planetisation der Menschheit bringt der neue Wissenschaftszweig der Synchron-Forschung. Am Anfang dieser Forschungsrichtung stand das große Staunen: Da gibt es nämlich irgendwo in Afrika ein Massen-Phänomen, das die Wissenschaftler ziemlich durcheinander gebracht hat. Auf vielen Quadratkilometern verstreut leben dort Millionen von Glühwürmchen, die eine Fertigkeit entwickelt haben, die faszinierend ist: sie schalten alle gemeinsam und zeitgleich ihre Lichter ein und wieder aus. Exakt zur selben Zeit! „Wie machen sie das?“ war die Frage der Wissenschaftler. Wie wir schon wissen: nicht einmal Signale in Überlichtgeschwindigkeit würden bei dieser Größe der Fläche und bei dieser Menge der Teilnehmer an diesem Lichterfest ausreichen, um die Koordination und Gleichzeitigkeit herzustellen. Es wurden die skurrilsten Deutungsversuche unternommen. Dann hat man die einzelnen Glühwürmchen in getrennte Schachteln gesperrt und dabei verschiedene Lichtintervalle festgestellt. Nachdem sie dann wieder in einem großen dunklen Raum verteilt ausgelassen wurden, fanden sich die Blinker zuerst in Zweiergruppen, dann in immer größeren Einheiten zusammen, bis sie wieder alle gemeinsam ihre Lichtspiele veranstalteten. Auch hier bilden Resonanz und Rhythmus die verbindende Wirkung. Steven Strogatz, ein weltweit führender Chaosforscher, hat diese Synchronizitätsphänomene untersucht, und er stellt sehr persönlich fest: Aus Gründen, die er selbst gerne verstehen würde, spricht diese gemeinsame Ausrichtung im Gleichklang uns Menschen von innen her so stark  an. Wir merken, dass hier die Natur uns ihr tiefstes Geheimnis offenbart und dass diese Synchronisation durch Resonanz das Aufbaugesetz der Schöpfung überhaupt ist5.). Das Universum wird durch positive Resonanz zusammengehalten! Vielleicht können wir es auch anders sagen: durch Liebe, der stärksten Resonanzkraft, die wir kennen und mit der unser Herz so tief verbunden ist.  

 

Das Herz

 

Und da kommt wieder unser Herz als Lebensorgan ins Spiel: Zum Gleichklang in der Gemeinschaft braucht es eines Oszillators, eines Schwingungserregers, der den Resonanz-Rhythmus erzeugt. Rogatz meint, dass der natürliche Schrittmacher unseres Herzens ein Wunderwerk der Evolution ist, der eindrucksvollste Oszillator, der je entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um die 10.000 Zellen des Sinusknoten im Herzen, die in vollkommener Synchronizität und doch ganz individuell den elektrischen Rhythmus der Herzschlagfrequenz erzeugen. Das machen sie durchschnittlich 3 Milliarden Mal im Leben eines Menschen! Zehntausend Zellen geben im schöpferischen Gleichmaß kollektiv den Rhythmus an! Wenn sie außer Tritt kommen - nicht mehr in Resonanz sind - dann ist der Herzinfarkt da. Unser System bricht dann zusammen. Dissonanz ist tödlich. Das Leben lebt von der funktionierenden Resonanz. Wie lebensbestimmend unser Herz ist und sein Vermögen, mit anderen in schwingende Verbindung zu treten, das zeigen uns diese neuesten Erkenntnisse der Synchronforschung, dieser neuen, berührenden Deutung bisher unbekannter Massenphänomene in der lebenden Natur.

 

Herz-zu-Herz-Kommunion

 

Wenn wir die drei  Stufen von Wahrnehmung betrachten – Information, Kommunikation, Kommunion – so sehen wir mit großem Erstaunen, dass die Kommunion als das Einswerden in unserem neuen Weltbild die immer bedeutendere Rolle einnimmt. Es gibt keine Trennung mehr von Subjekt und Objekt, von Beobachter und Beobachtetem. Alles ist mit allem verbunden, alles ist eins, sogar Gegensätzliches tritt gemeinsam auf, ohne das Widersprüchliche aufzugeben. Die Schwingungs-Verschmelzung, die Synchronisation, die lebendige Kommunion von Herz zu Herz ist für das Überleben dieses wunderbaren blauen Planeten und für uns als seine Kinder überlebenswichtig. So ist es klar, dass wir eine neue Kultur des Herzens brauchen, in der wir die Vielfalt in der Einheit entfalten, und keine grundlegende Trennung mehr als wirklich annehmen. Wir leben immer bewusster in Kommunion mit Allem.

 

 

Die Stufen der Herzresonanz

 

Der Mensch alleine ist kein monolithisches System, sondern ein kollektives Konzept vieler Antriebe und Meinungen in sich selbst. Oder wie der Nobelpreisträger Gerd Bennig sagt: „Ich denke, so muß man sich auch den einzelnen Menschen, das Individuum vorstellen: eine unglaubliche Vielfalt, die mit einer Stimme spricht“6.) Die Planetisation, die Resonanz der Teile, die uns ausmachen, ist ein Phänomen, das schon in uns selbst zu wirken beginnt.

 

Wenn dann, zum Beispiel, zwei Menschen ganz in die positive Resonanz einer Liebesbeziehung einschwingen, dann entsteht etwas, das wir im globalen wie im kleinsten Kreis so notwendig brauchen: das Gruppen-Herz! Wenn jedes Liebespaar und jede resonante Gruppe Ein-Herz sein wollen, dann wird das globale Bio-System der Menschheit ebenso das gemeinsame „Weltenherz“ entwickelt. So entsteht zuerst in jedem Menschen selbst das einheitlich-vielfältige Ganze, das sich dann vom Allernächsten bis zum Weltganzen erweitert. Dieses Ganze wird vom Herzen aus durch schwingende Resonanz synchron abgestimmt, erweitert und zusammengehalten. Die Globalisierung ist also ein biologisches Bedürfnis.

 

Meine 7 Billionen Zellen haben - von wo auch immer - den Zweck eingegeben bekommen, den Georg Schmertzing zu bilden, solange mein System als Ganzes seine Lebenskraft und damit seinen  Sinn behält. Auch wenn immer wieder Zellen in mir absterben, bleibt mein Körper als Resonanzkörper weiter bestehen. Ebenso geht es mit der Menschheit. Die bald 7 Milliarden Menschen werden durch Druck gezwungen, untereinander in sinnvolle Resonanz zu treten, auf das Ziel hin, die Harmonie als Ganzes untereinander und so die kosmische Reife zu erreichen und zu entfalten.  Die Bevölkerungsexplosion ist also ein biologischer Schritt, den die Evolution bewusst setzt. Sie gehört zu den Spielregeln der Natur! Deshalb gefällt mir das Zitat von Rotraut Perner in ihrem Buch „Kultur des Teilens“ so gut: „Der Held unserer Generation ist nicht das Individuum, sondern das Paar, zwei Menschen, die zusammen mehr auf die Waage bringen als jeder für sich  allein“7.). Der heroische Einzelkämpfer hat ausgedient, die Planetisation beginnt im Kleinen, das große Ganze zu gebären. Das Motto heißt: „Gemeinsam statt einsam!“

 

Wir werden einen Klangkörper als Gesamtheit bilden und so die neue Menschheitssymphonie spielen oder wir werden in Dissonanz den Lärm erzeugen, der unsere Herzen zerbrechen lässt. Bemerkenswerter Weise sind die Herzerkrankungen die weitaus häufigste Todesursache in allen zivilisierten Ländern. Die Dissonanzen in unserer Einzelkämpfer-Kultur machen uns immer mehr krank. Was wir brauchen ist der globale Teamgeist!

 

Die persönliche Herzöffnung

 

Jeder von uns ist doch lieber Mitspieler in einem resonanten Weltmeister- als in einem zerstrittenen Abstiegsteam. Jeder von uns steigert seine Individualität, wenn er bewusst im harmonischen Menschheitskörper mitlebt, so wie das Wort in einem bedeutenden Satz ein ganz anderes Gewicht hat, als in einem hohlen Geplapper. Wir brauchen die Sowohl-als- auch-Einstellung des großzügigen, des geöffneten Herzens: sowohl unverwechselbares Individuum als auch bewusster Teil des Ganzen; sowohl Hingabe für das Kleine, das  Hilflose, als auch für das Globale, das Universale; sowohl für das Lokale als auch für das Planetare. Beides im eigenen Herzen zu einer neuen Lebensqualität verbunden. Somit hat das trennende Entweder-Oder des Kopfes ausgedient. Oder wie es Jean Gebser in seinen Spanischen Tagebüchern notiert hat: „Es gelten weniger die Standpunkte, als mehr die Beziehungen“ 8.).

 

Leider war ein leidenschaftlicher  Fürsprecher  der Resonanz verhindert, heute unter uns zu sein: Peter Schellenbaum! Und er sagte es uns so: „Nur wer sich als Resonanzkörper im großen schwingenden Raum eines Beziehungsfeldes erfährt, kann von Freiheit sprechen ohne zu lügen. Bewusste Resonanz ist eine natürliche Begabung des Menschen“ 9.). Setzen wir sie bewusst im Alltagsleben ein und weiten wir zuerst unser „Beziehungsfeld“ soweit wir können aus!

Ich möchte kurz von mir persönlich sprechen. Ich habe es schon länger so verinnerlicht: Wenn ich an einer Quelle meinen Durst stille, dann trinkt die ganze Menschheit mit mir und wenn ich mich zur Großherzigkeit im Umgang mit einem Mitmenschen bekenne, spüre ich mich durch dieses Resonanzerlebnis mit allen Menschen auf diesem Planten Erde verbunden. Wir fangen an, die „morphische Resonanz“ des Rupert Sheldrake in uns bewusst wahrzunehmen! Das Weltenherz beginnt in uns allen zu schwingen. Wir entwickeln ein Resonanz-Bewusstsein.

 

Immer wieder beschreiben es erwachende Mitmenschen, dass der gemeinsame Rhythmus jede Getrenntheit auflöst und ein fließender Vereinigungsprozess einsetzt. Dabei sind das Ende des eigenen Handelns und der Beginn des kollektiven Geschehens nicht mehr festzustellen. Unsere Person dehnt sich auf alles aus. Sie wird neue, lustvolle Ganzheit. Das hat nichts mit Individualitätsverlust zu tun, sondern ist ein Aufgeben einer alten und das Finden einer neuen Ebene. In unserem Fall einer globalen Ebene der Über-Klarheit und der All-Einheit in Resonanz.

 

Erinnern wir uns, wenn wir beglückt wieder ein Orchester spielen oder einen Chor singen hören, ein Team harmonisch agieren oder Vogelschwärme ihre kollektiven Figuren in den Himmel zaubern sehen: das ist die Aufforderung an uns alle, in liebevoller, hingebungsvoller Resonanz mit den Mitmenschen und darüber hinaus mit allen Mitlebewesen und mit unserer Mutter Erde zu treten. Nicht nur, weil positive Resonanz unseren Herzen so gut tut, sondern auch weil dieser Zustand maßgeblich dazu beiträgt, unsere weitere Entwicklung als menschliche Art sicherzustellen. Die globale Resonanz von Herz zu Herz ist unsere Überlebens-Chance!

 

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

 

Bibliographie:

1.) Kurt G. Blüchel u. Fredmund Malik Hrsg., Faszination Bionik. Die Intelligenz der Schöpfung.  2006 Malik  Management Zentrum St. Gallen , DWC Medien

2.) Georg Schmertzing, Kraftfeld Herz . Die neue Herz-Kultur, Silberschnur-Verlag 2002

3.) Pierre Teilhard de Chardin: Die Zukunft des Menschen,1963. Die lebendige Macht der Evolution 1967, Walter Verlag

4.) Pierre  Teilhard de Chardin, Auswahl aus dem Werk. Karl Schmitz–Moormann, Walter Vlg.1964

5.) Steven Strogatz, Synchron. Vom rätselhaften Rhythmus der Natur, Berlin Vlg.2004.

6.) Geseko von Lüpke, Politik des Herzens. Nachhaltige Konzepte für das 21. Jahrhundert. Gespräche mit den Weisen unserer Zeit. Arum Verlag , 2003

7.) Rotraut Perner,  Kultur des Teilens, Einladung zum dialogischen Leben, Ueberreuter Vlg. 2002

8.) Jean Gebser, Gesamtausgabe Band 7, Novalis Vlg. 1986

9.) Peter Schellenbaum: Im Einverständnis mit dem Wunderbaren. Was unser Leben trägt,  Kösel  Vlg. 2000.                           

 

(c) copyright Georg Schmertzing